Die Spur der Sporenfresser |
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Die Sporangien von Aglaophyton (früher Rhynia) major sind im Hornstein von Rhynie vergleichsweise häufig vorhanden und leicht erkennbar. Sie sind oft unbeschädigt und voller Sporen oder längs aufgerissen und leer. Der Längsspalt gilt als die natürliche und einzige Möglichkeit zum Entleeren des Sporangiums [1,2]. Das widerspricht der Beobachtung, dass die Sporangien oft (teilweise) leer sind, aber nicht gerissen. Man könnte vermuten, ein kleiner Spalt sei vorhanden, aber auf der Oberfläche bzw. Schnittfläche nicht sichtbar. Der wahre Grund ist jedoch ein anderer: Viele Sporangien sind angefressen und (teilweise) leer gefressen. Offenbar fraßen die Sporenfresser Löcher in die Sporangienwand (Abb.1, Abb.1a & Abb.2) und drangen ein, um die Sporen zu fressen oder zu zerkauen. Die Fresser wurden noch nicht gefunden, aber ihre (zeitweilige) Anwesenheit im Innern der Kapseln verrät sich durch große Mengen zerkauter Sporen und durch abgefressene Teile der inneren Wandschicht.
Die Löcher in den Sporangien waren offenbar noch nicht aufgefallen, denn sie werden in der Literatur nicht erwähnt. Anhand der verfügbaren Funde und unter Berücksichtigung der sehr unterschiedlichen Wahrscheinlichkeit, beim Schnitt des Fundstücks ein kleines Loch oder einen Längsspalt im Sporangium zu treffen, kann man schlussfolgern, dass die an- und ausgefressenen Sporangien im Rhynie-Hornstein kaum seltener sind als die längs gerissenen. (3. Hornstein-Treffen, Chemnitz 2004.) Es stellt sich die Aufgabe, den unerkannten Urheber des Fraßschadens an der häufigsten Pflanze im Hornstein von Rhynie zu finden. Text & Aufnahmen: H.-J. WEISS/Rabenau
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