Epidermis von Aglaophyton mit Kontrast-Effekt

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Winzige anatomische Strukturen fossiler Pflanzen sind im Hornstein oft kaum sichtbar, wenn nicht der optische Kontrast wesentlich verstärkt wurde infolge von Besonderheiten bei Zersetzung und Mineralisierung. Der sehr ungewöhnliche Anblick der Epidermis von Aglaophyton in Abb.1 ist ein auffälliges Beispiel dafür (siehe auch: Eine seltene Sicht auf Aglaophyton). Offenbar sind die Innenkanten der Epidermiszellen, und davon nur die unmittelbar unter der Oberfläche gelegenen, gleichmäßig mit einer dunklen Substanz belegt. Damit ergibt sich eine Anordnung einzelner länglicher Polygone mit nahezu gleichen Abständen. Die Außenkanten der Epidermiszellen bilden ein unauffälliges polygonales Netz dünner Linien zwischen den auffälligen dunklen Rahmen (Abb.2).

Abb.1: Epidermis eines Sprosses von Aglaophyton

Abb.2: Zeichnung der Epidermis von Aglaophyton

An einigen der Stellen, wo diese Rahmen angeschnitten wurden, sieht man einen winzigen Lichtreflex in Abb.1. Die polierte Fläche ist also dort nicht eben. Daraus ist zu schließen, dass die dunkle Substanz andere mechanische Eigenschaften hat als der umgebende Chalzedon.
Merkwürdigerweise hält der dunkle Belag einen bestimmten Abstand von der Zellwand ein. Man beachte auch die Spaltöffnung (Stoma). In den angrenzenden Zellen ist der dunkle Belag weniger deutlich ausgebildet.
Eine Deutung der Beobachtungen wird hier nicht versucht. Vorschläge sind willkommen.

Text & Aufnahmen: H.-J. WEISS/Rabenau

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