Definitionen zur Matrix - Madenstein |
| Als die ersten fossilführenden Hornsteine in Kleinnaundorf bei Freital gefunden wurden, hielten die Liebhaber dieser Stücke die unzähligen weißen Farnblättchen für kleine Tausendfüßer oder Kellerwanzen. Kurz darauf wurde die wahre Natur der fossilen Reste erkannt, was jedoch leider wieder in Vergessenheit geriet, obwohl die Farnblättchen sogar als "Madenfarn" (=Scolecopteris) beschrieben wurden. So kam es wie es kommen mußte: Jahrzehnte später wurden die Farnblättchen im Hornstein von Altendorf bei Chemnitz wiederum für Tausendfüßer gehalten. Ein kurzer Disput unter Fachkollegen bereinigte die Sache und so fand die lustige Episode mit dem Lied "Klage des Paläojulus von Altendorf" sein (vorläufiges?) Ende. Der Fund eines besonders instruktiven Madensteins gelang W.SCHWARZ im Jahre 2001 an der Typuslokalität. Scheiben dieses Fundstückes werden in Ausstellungen in Dresden und Chemnitz gezeigt und auch auf dieser Website ist eine "Hommage" an dieses Prachtexemplar zu finden. Die gezeigten Bilder schaffen ein wenig Verständnis für die irrige Annahme, daß es sich um Maden handeln könnte. Interessant ist auch die Tatsache, daß BERNHARD COTTA den Begriff Madenstein eindeutig für etwas anderes verwendete. In seinem Buch "Die Dendrolithen in Beziehung auf ihren inneren Bau" bezeichnet er das Zentrum von Psaronius helmintholithus als Madenstein. Doch auch in heutiger Zeit lassen sich Beispiele für eine abweichende Verwendung des Begriffes finden (z.B. bei den "Heilstein-Spezialisten"). Sehr wahrscheinlich haben die mit Maden- oder Wurmstein bezeichneten Kostbarkeiten jedoch nichts mit kriechendem Getier zu tun. |
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